VOERST CLASS AKTUELL

Amerika ist ebenso groß wie vielfältig, daher lohnt es sich, das Land in mehreren Abschnitten zu bereisen. Wir waren Ende August 2025 für zehn Tage dort und haben Massachusetts mit New York kombiniert. Der Kontrast zwischen dem eher idyllischen Boston und der wuseligen Megacity New York könnte fast nicht größer sein.

Die ersten vier Tage verbrachten wir jedoch auf der Halbinsel Cape Cod, sie ist von Boston aus in einer guten Stunde mit dem Auto zu erreichen. Ein Mietwagen ist aus unserer Sicht die beste und sinnvollste Option, um die Gegend im eigenen Tempo zu erkunden.

Gewohnt haben wir im luxuriösen Bed & Breakfast „Cape Cod Inn“ in Yarmouth, ein altes Haus wie aus dem Bilderbuch, betrieben von einem sehr netten Paar im Rentenalter. Die wenigen Zimmer sind alle individuell und liebevoll eingerichtet, die Wünsche für das wirklich authentisch amerikanische Frühstück von Hand auf einem Block notiert.

Bed Breakfast Cape Cod Inn in Yarmouth
Unser Zimmer im Cape Cod Inn – Wohnbereich
Unser Zimmer im Cape Cod Inn – Schlafbereich
Kolonialwarenladen in Brewster

Von Yarmouth aus haben wir mehrere Fahrten über die Halbinsel unternommen. Wir haben einen Kolonialwarenladen entdeckt, in dem es wirklich ALLES gibt, die Einrichtung scheint in den letzten 200 Jahren kaum verändert worden zu sein, es würde nicht verwundern, wenn ein Farmer mit seinem Pferdewagen vorfährt, um seine Bestellung abzuholen.

Ein weiteres Highlight ist Provincetown, eine sehr bunte kleine Stadt ganz am Ende von Cape Cod. Hier leben viele queere Paar und Familien, die kleinen Häuser sind liebevoll gepflegt, es gibt schöne Strände, Cafés und Restaurants. Auch den ältesten Golfplatz der Halbinsel haben wir besucht, ein 9-Loch-Linkscourse rund um einen alten Leuchtturm mit einem sehr pittoresken ebenso alten Clubhaus.

Wohngegend in Provincetown
Provincetown am Hafen
Golfplatz Highland Links auf Cape Cod
Walbeobachtungstour vor Cape Cod

Natürlich sollte eine Walbeobachtungstour nicht fehlen. Die ca. dreistündige Tour ist immer schnell ausgebucht, die besten Plätze schnell belegt. Wir haben zwar deutlich weniger Wale oder Walfluken gesehen als in Südafrika, jedoch sind die riesigen Meerssäuger immer wieder sehr beeindruckend und faszinierend.

In Hyannis kann man etwas flanieren und entweder das Museum für JFK besuchen oder auch eine Tour nach Marthas Vineyard oder Nantucket unternehmen. Dafür fehlte uns bei dieser Reise jedoch die Zeit. Da wir aber von diesem Stück Welt sehr begeistert waren, werden wir sicher nochmals herkommen.

Das JFK-Museum in Hyannis
Hummerbrötchen
Der Nachbau des Pilgerschiffes Mayflower in Plymouth
Boston Waterfront

Eine Spezialität der hiesigen Gastronomie ist Hummer, er wird direkt vor der Küste frisch gefangen und von den meisten Restaurants angeboten. Ein nicht ganz so geheimer Tip ist eine Imbissbude am Yachthafen von Dennis. Im Sesuit Harbour Café gibt es Lobster Rolls, also Hummer im Brötchen. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs lag der Preis pro Brötchen bei 40 $ und wir haben 45 Minuten dafür angestanden. Es hat sich gelohnt!

Nach vier sehr kurzweiligen Tagen haben wir uns von Cape Cod verabschiedet und sind nach Boston gefahren. Auf der Fahrt haben wir einen spontanen Stopp in Plymouth eingelegt, den Nachbau der Mayflower und den Ort, an dem die ersten europäischen Siedler an Land gingen, bewundert und sind ein wenig durch die Stadt geschlendert.

Boston Backbay
Boston Bibliothek
Boston – ein Friedhof auf dem Freedom Trail
Boston – Spiel der Red Sox im Fenway Park
Boston – Einblick in eine Feuerwache

Dort standen Spaziergänge durch die Stadt und ein Spiel der Boston Red Sox auf dem Plan. Auch wenn es für nicht-Eingeweihte nicht ganz einfach ist, die Regeln des Baseballspiels zu verstehen, lohnt sich der Besuch im altehrwürdigen Fenway Park. Es ist ein besonderes Erlebnis, in einem der ältesten Ballparks der USA zu sitzen und auf die hohe grüne Schutzwand, das „green monster“, zu schauen. Tagsüber werden auch Führungen durch das Stadion angeboten.

Auch die „public library“, die historische öffentliche Bibliothek ist einen Besuch wert. Die schönen Hallen und Lesesäle sind frei zugänglich, dort stehen nicht nur moderne, sondern auch historische Bücher in den Regalen.

Um die Stadt zu Fuß zu erkunden, empfiehlt sich eine Tour entlang des „freedom Trail“. Die gut gekennzeichnete Strecke führt einmal durch das historische Zentrum der Stadt und ist gut gekennzeichnet. Man kann sie entweder eigenständig oder mit einer Führung begehen und die wichtigsten Orte der Stadt entdecken. Nahezu 20 Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der Gründung 1620 bis zur Unabhängigkeit 1773 werden passiert. Alle per Bild zu zeigen oder aufuzählen würde den Rahmen sprengen.

Erster Blick auf New York aus dem Acela Train
Ankunft in New York Penn Station mitten in Manhatten
New York Sonnenuntergang auf dem Rockefeller Center
New York Greenwich

Für die Weiterfahrt zur letzten Station dieser Reise haben wir Fahrkarten für den Acela Train von Boston nach New York gekauft. Die Fahrt dauert knapp 3 ½ Stunden und ist – vor allem in der Business Class – sehr entspannt. Es gibt Zugbegleiter, die mit dem Gepäck helfen und ein kleines Frühstück und Getränke servieren. Die Wagons sind zwar schon etwas älter, aber dennoch komfortabel. Ein neuerer Zug ist seit Oktober 2025 im Einsatz. Wir wollten gerne noch etwas vom Land sehen und haben uns daher für dieses Transportmittel entschieden. Außerdem war es entspannter als ein Inlandsflug, wir hatten das Hotel in Boston in fußläufiger Nähe zum Bahnhof und kamen in New York mitten in Manhattan an.

Nach den entspannten Tagen auf Cape Cod und in Boston war New York erst einmal erschlagend. An den Trubel am Times Square und in den umliegenden Straßen mussten wir uns erst einmal gewöhnen… Gleich am ersten Abend sind wir auf die Aussichtsplattform des Rockefeller Center gefahren und haben von dort den Sonnenuntergang über der City bewundert. Ein tolles Erlebnis, wir empfehlen, ein paar Dollar mehr für die Tickets zu investieren und damit die lange Warteschlange zu umgehen.

Übernachtet haben wir im The EDITION, Times Square. Zimmer mit oberer Lage mit Blick auf diesen fast immer überfüllten Platz ist da ein Muss. Besonders in einer Metropole bieten sich Hotels in zentraler Lage an, damit man bei Erschöpfung, Änderung des Wetters oder sonstigen Ereignissen schnell und zentral wieder am Ausgangspunkt ist.

New York One World Center
New York Der Spazierweg auf der ehemaligen Hochbahntrasse
New York Die Brooklynbridge von unten betrachtet
New York Downtown Manhatten
New York – Der Central Park ein Ruhepol mitten in der Stadt

Am nächsten Tag ging es gleich früh los, wir hatten bereits zu Hause Tickets für einen Hop on – hop off Tour gekauft. Mit der ersten Tour des Tages fuhren wir einmal durch Manhattan und verschafften uns einen ersten Überblick, anschließend erkundeten wir die Gegend zu Fuß. Auch eine Fahrt mit der Fähre nach Staten Island, vorbei an Liberty Island und der Freiheitsstatue durfte nicht fehlen.

Am letzten Tag unserer Reise wollten wir noch einmal etwas mehr Ruhe genießen und sind zum Central Park gefahren. Die Dimensionen dieser Grünanlage mitten in der Stadt sind überwältigend! Besonders schön fanden wir zu sehen, dass die New Yorker den Park als echtes Naherholungsgebiet nutzen. Es werden die verschiedensten Sportarten praktiziert - allein, in Gruppen und Familien.

New York ist im ständigen Wandel. Das Image der Schmuddelstadt ist weitestgehend abgelegt und viele reizvolle Orte abseits der großen Verkehrsachsen laden zum Verweilen und Entspannen ein.

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